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Aachener Printen Marzipan Nuernberger Lebkuchen



Lebkuchen, Marzipan, Printen – ohne diese Leckereien würde in der Weihnachtszeit etwas fehlen. Hinter vielen dieser Klassiker steht eine lange Tradition. Der Legende nach ist es zum Beispiel einer Hungersnot im Jahr 1407 zu verdanken, dass wir uns die Weihnachtszeit heute mit Lübecker Marzipan versüßen können.

In den Speichern der Hansestadt waren angeblich nur noch Mandeln und Zucker vorrätig, aus denen die Lübecker das Marci panis herstellten – das Marzipanbrot. Seit 1996 ist die einst begehrte Nachspeise an fürstlichen Tafeln als geschützte geografische Angabe durch die Europäische Kommission registriert – ebenso wie zwei andere weihnachtliche Klassiker: Aachener Printen und Nürnberger Lebkuchen. Freunde der süßen Gaumenfreuden können damit sicher sein, dass sie stets die Originale aus der genannten Region bekommen – egal, ob die Produkte in Hamburg oder München, in Paris oder Rom gekauft werden. Und nicht nur das: Der EU-weite Schutz garantiert auch, dass die Leckereien nach einer festgelegten Rezeptur hergestellt werden. Lübecker Marzipan enthält zum Beispiel 70 Prozent Marzipanrohmasse und 30 Prozent Zucker. Herkömmliches Marzipan darf nach deutschem Lebensmittelrecht dagegen zu gleichen Teilen aus Rohmasse und Zucker bestehen.

Fein, weich und saftig mit würzigem Aroma und einem intensiven Nussgeschmack – so präsentieren sich die Nürnberger Lebkuchen. Das weihnachtliche Gebäck aus der Frankenmetropole zeichnet sich durch einen besonders hohen Anteil an Nüssen und Mandeln aus. Lebkuchen wurden ursprünglich als mit Heilkräutern vermischte Honigfladen in den Klosterapotheken hergestellt. Die ruhmreiche Tradition der Nürnberger Lebkuchen verdankt die Stadt Nürnberg ihrer günstigen Lage am Schnittpunkt der Handels- und Gewürzstraßen.

Eine jahrhundertelange Tradition steht auch hinter Aachener Printen. Das Rezept stammt ursprünglich aus dem Mittelalter. Damals wurde das Gebäck als Bild hergestellt. Daher kommt auch der Name, der sich vom niederländischen „prenten“ (drücken) ableitet. Die Printenbilder dokumentierten als eine Art „gebackene Illustrierte“ wichtige Ereignisse ihrer Zeit. Als dann Napoleon im Jahr 1806 die Einfuhr von Rohrzucker aus England verbot, mussten die Aachener Printenbäcker einheimischen Rübenzucker verwenden. Der Teig wurde gröber und aus den Gebildbroten entstand die bekannte Schnittprinte, deren traditionelle Grundrezeptur von Generation zu Generation überliefert wurde.

Zwar kein spezielles Weihnachsgebäck aber ebenfalls ein traditionsreiches Original, das den Schutz der EU genießt, ist die Meißner Fummel. Im Jahr 1710 befahl der sächsische Kurfürst August der Starke der Meißner Bäckerzunft, ein leicht zerbrechliches Gebäck herzustellen. Der Grund: Die Kuriere des Kurfürsten genossen auf ihren Touren zwischen Dresden und Meißen nur zu gern den berühmten Meißner Wein. Um das zu verhindern, sollten die Kuriere fortan auch das zerbrechliche Gebäck transportieren und bei ihrer Rückkehr unversehrt vorzeigen. Heute ist die Meißner Fummel eine Touristenattraktion und weit über die Grenzen Meißens und Sachsens hinaus bekannt.

Die lange Tradition und die besonderen Rezepturen, die hinter den regionalen Gaumenfreuden stehen, werden durch den EU-weiten Schutz bewahrt, den bereits 38 deutsche Produkte genießen. Mehr als 50 weitere befinden sich derzeit im Eintragungsverfahren – darunter weihnachtliche Spezialitäten wie Dresdner Stollen, Thüringer Stollen, Bremer Klaben und Erfurter Schittchen. Europaweit sind mehr als 700 Produkte aus 18 EU-Staaten registriert, für rund 290 weitere wurde der EU-Schutz beantragt.


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