Weihnachten und Advent online



Jesus von Nazaret

Jesus ist die heilsgeschichtliche Gestalt, auf deren Erscheinen sich das Christentum gründet und Jesus ist auch der Grund, warum die Christen Weihnachten feiern. Dem Glauben nach ist Jesus Gottes Sohn, der durch seinen Opfertod die Menschen erlöst. Jesus führte ein beispielhaftes Leben, predigte, tat Wunder, litt und starb am Kreuz, bezwang mit seiner Auferstehung den Tod und fuhr in den Himmel.

Jesus von Nazaret (* wahrscheinlich vor 4 v. Chr. in Betlehem oder Nazaret; † 30, 31 oder 33 in Jerusalem) war ein jüdischer Wanderprediger. Etwa ab dem Jahr 28 trat er öffentlich in Galiläa und Judäa auf, sammelte Nachfolger und rief sein Volk angesichts des von ihm erwarteten Gottesreichs zur Umkehr auf. Wenige Jahre später wurde er von Römern gekreuzigt.

Jesus Jesus als Guter Hirte, frühchristliche Deckenmalerei in der Calixtus-Katakombe in Rom, um 250

Jesus hatte eine Reform des Judentums angestrebt, doch aus dem Glauben seiner ersten Anhänger entwickelte sich das Christentum. Das Neue Testament (NT) verkündet ihn als Jesus Christus, den Messias und Sohn Gottes. Gleichzeitig ist es die wichtigste Quelle für mögliche historische Informationen zu ihm. Daneben finden sich einige Angaben in Apokryphen und außerchristliche Notizen. Auch außerhalb des Christentums ist Jesus von Bedeutung. Jesus hat keine schriftlichen Werke hinterlassen. Fast alles Wissen über ihn stammt aus Erinnerungen seiner ersten Anhänger, die frühestens zehn Jahre nach seinem Tod schriftlich fixiert wurden. Diese Quellen werden in der NT-Forschung historisch-kritisch geprüft und ausgewertet. Bibelstellen werden nach der Einheitsübersetzung zitiert und den Loccumer Richtlinien gemäß abgekürzt.

Christliche Zeugnisse

Informationen über Jesus werden primär aus der Analyse der vier Evangelien, den Paulusbriefen und einigen Apokryphen gewonnen. Diese Schriften stammen von Christen meist jüdischer Herkunft, die an die Auferstehung Jesu Christi glaubten (z. B. Mk 16,6, Apg 2,32). Daher wollten sie keine Biografie verfassen, sondern Jesus als den Messias für ihre Gegenwart verkündigen. Diese Absicht prägte ihre Darstellung seines Wirkens. Deshalb ist die historische Zuverlässigkeit der urchristlichen Quellen seit Beginn der NT-Forschung umstritten.

Die Paulusbriefe entstanden zwischen 50 und 64. Sie enthalten kaum biografische Daten zu Jesus, zitieren aber einige seiner Worte und Überlieferungen der Jerusalemer Urgemeinde, die von Anhängern Jesu aus Galiläa gegründet wurde.

Die drei synoptischen Evangelien spielen auf die Zerstörung des Jerusalemer Tempels an (Mk 13,2; Mt 22,7; Lk 19,43f) und wurden daher wohl erst nach dem Jüdischen Aufstand (66–70) schriftlich fixiert. Nach heutigem Forschungsstand gehörte keiner ihrer Autoren zu den ersten Jüngern Jesu.

Den Verfassern des Matthäus- und Lukasevangeliums lag nach der weithin akzeptierten Zweiquellentheorie bereits das Markusevangelium oder eine Vorform davon vor. Von diesem übernahmen sie die Komposition und die meisten Texte, wobei sie diese ihren theologischen Aussageabsichten gemäß veränderten. Sie verarbeiteten außerdem eine Logienquelle mit gesammelten Reden und Sprüchen Jesu, die wahrscheinlich zwischen 40 und 70 schriftlich fixiert worden war.[3] Ähnliche und andere Sprüche Jesu wurden auch in Syrien gesammelt und später im Thomasevangelium fixiert. Diese Stoffe wurden zuvor von der ersten Christengeneration jahrzehntelang mündlich überliefert (Lk 1,2). Ihre frühesten Bestandteile können von Jüngern Jesu stammen und daher originale Rede von ihm enthalten.

Viele NT-Historiker nehmen an, dass Markus ein früher Passionsbericht aus der Urgemeinde vorlag, dem er weitere Überlieferungen voranstellte. Dieser Bericht begann wahrscheinlich mit dem Verrat des Judas Ischariot (Mk 14,10), endete mit der Entdeckung des leeren Grabes Jesu und wurde dann vorn und hinten erweitert. Er führte nach Ulrich Wilckens Credoformeln, die die letzten Lebensstationen Jesu aufzählen, erzählend aus. Dass alle Evangelien, vom Einzug Jesu in Jerusalem an, demselben festgefügten Ablauf folgen, gilt als starkes Indiz für Alter und Zuverlässigkeit der Passionsüberlieferung.

Das Johannesevangelium enthält nach Meinung heutiger Forscher trotz seiner späteren Entstehung (100–130) unabhängig überlieferte historische Stoffe. Da die Evangelisten ihre Quellen auf je eigene Weise theologisch überarbeiteten und in ihre Missions- und Lehrabsichten einordneten, lassen ihre Gemeinsamkeiten umso mehr auf einen historischen Kern schließen.


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